Autor: Dr. Josef Doll
Appell an die Vernunft oder metaphorische Schiefe?
In der letzten Ausgabe des Gemeindeblattes „appellierte“ Herr Schuster für die Grünen „..an die Vernunft der Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates..“.
Er nutzt dabei die metaphorische Ebene
mit Bildern des Genres Kino aus dem Wilden Westen, wie Wagenburg, Siedler,
heranstürmende Indianer, um die Wagenburg herumreiten, Colt in den
Halfter lassen, Kriegsbeil begraben usw. usw. .
So wie er die Bilder auf der metaphorischen
Ebene bedient, bleibt der Böse immer der Böse und der Gute immer
der Gute.
Ein statisches Bild also, passend zum
„Betonkopf“ aus der Versammlung. Diese Metaphorische Sprache ist nett und
amüsant, aber Analogien dieser Art sind falsch und verfehlen die Wirklichkeit.
Beton ist starr, die Wirklichkeit ist in Bewegung.
Der Vorwurf an den politischen Gegner,
Betonkopf zu sein oder in der Wagenburg zu sitzen bringt den Verfasser
in die unverdiente Lage, ohne es selbst sagen zu müssen, auf der Seite
der progressiv Beweglichen zu sein.
Diese Selbsteinschätzung enthebt
den Verfasser, der mit bekannten „Western“ Bilder arbeitet, den Beweis
zu erbringen, dass seine Position richtig und gut ist.
„Der Böse ist immer bös, der
Gute immer gut“. Man spricht „ex negativo“ über die positiven eigenen
Eigenschaften, indem man dem Gegner alle negativen Attribute auf die Stirn
klebt. Das ist nach Adorno der „Jargon der Eigentlichkeit“, Besserwisserei
also und beinhaltet: „Wir stoßen immer zum Kern – Wir kennen das
Wesen des Problems – Wir wissen was für Heddesheim gut ist“.
Wer seinen politischen Gegner mit Bildern
zeichnet wie Herr Schuster beweist sich selbst, dass er mit dem Gegner
nicht zusammen arbeiten braucht und kann.
Es ist der selbst generierte Freispruch.
Statt sachlich zu argumentieren weicht er auf die Metaphorische Ebene aus
und versucht Kinobilder mit Vorgängen aus dem 19. Jahrhundert anzuhängen
um uns Taktiken des 19. Jahrhunderts vorwerfen zu können.
Kann man so unsachlich argumentieren?
Politisch ist das ein sehr schlechter Stil und kein Ruhm für den Verfasser.
Bei der von den Grünen geforderten
Bürgerbefragung am 27. September haben fast 80 % der Heddesheimer
Wähler sich für den Ausbau des Gewerbegebietes und den Ausbau
der dortigen Arbeitsplätze ausgesprochen. Was tun die Grünen,
sie arbeiten voll gegen die Abstimmung der Heddesheimer Bürger.
Sie missachten die von ihnen geforderte
direkte Demokratie. Eine knappe Mehrheit hat sich für die Ansiedlung
der Firma Pfenning ausgesprochen.
Sollte die CDU aufgrund der Bürgerbefragung
gegen die Ansiedlung der Firma Pfenning stimmen? Dazu gibt es keinen Grund.
Nach unserem eigenen politischen Selbstverständnis
würden wir gegen den Wählerauftrag handeln, wir haben uns klar
vor der Kommunalwahl für Pfenning ausgesprochen!
Die CDU- Fraktion hat in einer Mitgliederversammlung diese Position nach der Kommunalwahl nochmals vertreten und durch Abstimmung Bestätigung erhalten. Wer nach der Wahl so handelt, wie er vorher versprochen hat, ist ein Betonkopf? Wie denken die Grünen, welcher Logik folgen sie oder haben sie keine?
Und die Grünen?
Bei der Wahl des Umlegungsausschusses
droht man mit dem Bundesverfassungsgericht wegen Enteignung, dabei ist
der Preis für Rohbauland ca. zehnmal so hoch als der Preis für
Ackerland. Logisch ist dies nicht zu verstehen.
Und nur die mehrheitliche Zustimmung der
CDU, SPD und FDP hebt die Grundstückspreise im geplanten Bebauungsgebiet
auf das Niveau für Rohbauland, ansonsten nähern sich diese Preise
denen für Ackerland.
Die Grünen sind gegen die Ansiedlung
der Fa. Pfenning. Letztere baut bzw. bezahlt den Gleisanschluss. Für
die Firma Pfenning ist ein Eisenbahnanschluss zwingende Voraussetzung und
ein Vorteil für die Werbung weiterer Kunden. Dies wurde auch im „Städtebaulichen
Vertrag“ festgeschrieben.
Folgt man der Intension der Grünen,
sie sind gegen Pfenning, gibt es keinen Gleisanschluss. Warum also dieser
Antrag?
Mit unserem Vorschlag bei der zweiten Wahl
des Umlegungsausschußes hätten die Grünen eine Sitzzahl
erhalten, die der Fraktionsstärken entspricht.
Sie stellen den Antrag für die Bürgerbefragung
und ignorieren die Ergebnisse. Das sollten die Grünen mal einfach
allen Wählern erklären.
Die CDU und die CDU-Fraktion haben sich
politisch in den Arbeitsprogrammen zu den Kommunalwahlen für die Entwicklung
unseres Gewerbegebietes ausgesprochen. Wir stimmen voll mit den Ergebnissen
der ersten beiden Fragen vom 27. September überein. Es gab eine Mehrheit
für die Ansiedlung von Pfenning.
Gehen wir immer im Gemeinderat von den
Fakten aus. Die CDU ist dazu bereit.
Dr. Josef Doll
http://www.cdu-heddesheim.de/