Dr. Hans-Joachim Weitz verstorben


In der vorletzten Woche ereilte uns die traurige Nachricht vom Tode unseres langjährigen Parteifreundes und Gemeinderatskollegen Dr. Hans Joachim Weitz. Wir trauern um unseren verstorbenen Mitbürger, der sich in seinem Fühlen, Denken und Handeln für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt hat.

Er hatte mit seiner Familie das Kriegsende in Heddesheim erlebt. Wie viele Menschen in der Bundesrepublik hat er das nationalsozialistische Unrecht und die Folgen der Kriege, die in großen Katastrophen mündeten, als Anstoß gesehen sich als Christ und Bürger zu engagieren und politisch zu betätigen. Denn nur Gerechtigkeit schafft Frieden.

Begonnen hat sein politisches Wirken bei der Jungen Union, deren Kreisvorsitzender er war. Im Kreisverband und im Gemeindeverband in Heddesheim war er engagiert.

Von 1975 bis 2009 war er Gemeinderat, von 1975 bis 1989 Fraktionsvorsitzender der CDU.

Heddesheim hatte 1975 mit der Inbetriebnahme des Baggersees und des Hallenbades die zweite Welle der Investitionen abgeschlossen. Die Entwicklung unserer Gemeinde ging weiter.

Mit Bürgermeister Fritz Alles kam die Innenentwicklung Heddesheims ins Visier. Zweite Sporthalle, Bürgerhaus mit Pflug, Sanierungsplan, Neugestaltung der Ober- und Unterdorfstraße, Jugendhaus waren
auf der Tagesordnung. Gemeindekindergarten, sozialer Wohnungsbau und Altenwohnungen waren weitere wichtige Projekte. Es folgte die erste Sanierungswelle unserer Einrichtungen. Innenentwicklung vor Außenentwicklung war das Thema und das gilt noch heute.

Mit Bürgermeister Michael Kessler wurde die Ortskernsanierung fortgesetzt, der innerörtliche Bereich aufgewertet, die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren begonnen, die Kontaktbörse für Tagesmütter eingeführt. Das Rathaus wurde mit dem Bürgerbüro offener, die zweite Sanierungswelle unserer Einrichtungen ist im Gange. Für das betreute Wohnen und das Seniorenheim wurde das Finanzkonzept PPP (Publik-Privat-Partnership) gewählt. Ein heiß umkämpfter Bebauungsplan im Gewerbegebiet wurde eingeleitet. Nicht zu vergessen der kürzlich eingeweihte zentrale Dorfplatz und die Sanierung des Rathauses.

Dr. Hans Joachim Weitz kannte seit frühester Jugend unsere natürliche Umwelt aus seinen Wanderungen im Bereich Muckensturmer Straße bis zum Landgraben. Das strikte Eintreten für ökologische Ziele und Biotope resultiert daraus.

Ein weiterer Schwerpunkt war sein Einsatz für die katholische Kirchengemeinde St. Remigius. Längere Zeit hat er die katholische Bücherei geleitet und Bibliotheksarbeit geleistet. 1969 führte die katholische Kirche, eine Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils, Pfarrgemeinderäte ein. Er war Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von 1969 bis 1977. Eine Erweiterung der Kirche und des Kindergartens war notwendig, ein Gemeindesaal war erforderlich. Alles auf einen Schlag zu verwirklichen war unmöglich. Im Weitz'schen Lösungsansatz wurden die Pakete gebildet und der Dringlichkeit nach geordnet.

Gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde wurden bis 1971 jeweils vier Gruppenräume errichtet. Der Erweiterungsbau der Kirche kam an zweiter Stelle, schon 1975 standen die Planung und die Finanzierung, dank des Einsatzes von Dr. H.J. Weitz, Erich Schmid, Pfarrer Bruch und dem Pfarrgemeinderat als Heddesheimer Beteiligte.

Er war Vorsitzender des Dekanatsrates und Diözesanrat, so war die finanzielle Belastung erträglich. Der erste Gottesdienst war am 1. Oktober 1978, dem Remigiustag.

Das Studium der Geschichte befähigte Herrn Dr. Weitz die Heddesheimer Historie wissenschaftlich und detailgerecht zu bearbeiten. Mehrmals hat er in wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten
Entwicklungen und Zusammenhänge zur Heddesheimer Geschichte veröffentlicht.

- Bei der Einweihung des Neuen Rathauses mit Feuerwehrgerätehaus über die Entwicklung der politischen Gemeinde und ihre Menschen.

- Zur Einweihung der Kindergärten, über die Entwicklung und das Verhältnis der beiden Kirchengemeinden zueinander, wobei der historisch Interessierte erfährt, dass es durch die Einführung des Calvinismus in der Kurpfalz während mehrerer Jahrhunderte in Heddesheim drei Konfessionen gab, was das Zusammenleben nicht vereinfachte. Die Einweihung der Erweiterung der katholischen Kirche führte zu einer eigenen Darstellung der katholischen Kirchengemeinde und deren 1707 wieder zugesprochenen Alten Kirche und der baulichen Entwicklung Letzterer. Dabei ist zu betonen, dass das Wirken von Gemeinde und Kirchengemeinden in allen drei Darstellungen nur im Zusammenhang richtig zu schildern ist und von ihm auch so beschrieben wird.

Dr. Hans Joachim Weitz hat sich um die Gemeinde sehr verdient gemacht.

Der CDU-Gemeindeverband und die CDU-Fraktion sprechen Frau Weitz und der Familie unser tief empfundenes Beileid aus. Wir werden Hans-Joachim Weitz ein ehrendes Andenken bewahren.
 


Der Vorstand und die Gemeinderatsfraktion der
CDU-Heddesheim